PIKO hat seine neue H0-Elektrolokomotive der Baureihe 119 am 21. Juli 2026 im DB Museum Koblenz vorgestellt. Für die Präsentation wählte der Hersteller bewusst einen historischen Rahmen: Das neue Modell wurde dort gezeigt, wo auch eine erhaltene E 19 als Vorbildgeneration der späteren DB-Baureihe 119 zu erleben ist.
Die Veranstaltung richtete sich an Modellbahner, Fachhandel sowie Fach- und Regionalmedien. Neben der eigentlichen Modellvorstellung gehörten Gespräche mit den PIKO-Verantwortlichen, eine Museumsführung und der Besuch einer erhaltenen Originallokomotive zum Programm.
Von der E 19 zur Baureihe 119
Das Vorbild des neuen H0-Modells gehört zu einer besonderen Gruppe deutscher Schnellzug-Elektrolokomotiven. Die Deutsche Reichsbahn entwickelte die Baureihe E 19 Ende der 1930er-Jahre für den schnellen elektrischen Zugverkehr. Nach Angaben von PIKO war für die Maschinen eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h vorgesehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten die Lokomotiven zur Deutschen Bundesbahn. Dort kamen sie unter anderem vor Schnellzügen zum Einsatz. Mit Einführung des computergerechten Nummernsystems erhielten die E 19 ab 1968 die Baureihenbezeichnung 119. Der Einsatz der letzten Maschine endete 1978.
PIKO setzt mit seiner Formneuheit eine Maschine aus dieser späteren Bundesbahnzeit um. Als konkretes Vorbild nennt der Hersteller die 119 001-6 der Deutschen Bundesbahn mit Revisionsdatum 11. Oktober 1974, zugeordnet zur Bundesbahndirektion Nürnberg und zum Bahnbetriebswerk Nürnberg Hauptbahnhof. Das Modell ist entsprechend der Epoche IV ausgeführt.
Neue Konstruktion für die PIKO Expert-Reihe
Die BR 119 ist bei PIKO eine Formneuheit des Modelljahres 2026 und erscheint im Maßstab 1:87 innerhalb der Expert-Reihe. Der Hersteller gibt für das H0-Modell eine Länge über Puffer von 195 Millimetern und einen Mindestradius von 358 Millimetern an.
Zu den nachgebildeten Merkmalen der Epoche-IV-Ausführung gehören die entsprechenden Stiellampen und Stromabnehmer der Bauart SBS 39/54. Scheibenwischer, Griffe und Trittstufen sind als angesetzte beziehungsweise separat ausgeführte Details vorgesehen. Auch die für die E 19 beziehungsweise 119 charakteristischen Federtopfantriebe werden am Modell nachgebildet.
Für den Digitalbetrieb sieht PIKO mehrere Beleuchtungsfunktionen vor. Dazu gehören Führerstands-, Führerpult- und Maschinenraumbeleuchtung. Der fahrtrichtungsabhängige Lichtwechsel erfolgt weiß und rot. Als Digitalschnittstelle nennt PIKO NEM 658 PluX22; zusätzlich werden Varianten mit Decoder und Fahrzeugsound angeboten.
Entwicklung des Modells als Teil der Präsentation
Bei der Veranstaltung in Koblenz stand nicht allein das fertige Serienmodell im Mittelpunkt. PIKO-Produktmanager Matthias Fröhlich erläuterte den Besuchern auch den Entwicklungsweg von der ersten Planung bis zur fertigen Lokomotive und ging dabei auf konstruktive Aufgaben bei der Umsetzung des historischen Vorbildes in den Maßstab 1:87 ein.
Gerade bei einer Lokomotive wie der E 19 beziehungsweise späteren 119 ist die Verbindung zwischen Vorbild und Modell ein wesentlicher Teil der Konstruktion. Das historische Fahrzeug gibt Abmessungen, Proportionen und zahlreiche sichtbare Einzelheiten vor, die für ein maßstäbliches Modell konstruktiv umgesetzt werden müssen. Die Präsentation unmittelbar im Eisenbahnmuseum bot deshalb die Möglichkeit, Modell und Vorbild im selben Umfeld zu betrachten.
Historisches Vorbild gehörte zum Veranstaltungsprogramm
Im Anschluss an die Modellvorstellung führte Wolfgang Ihrlich, Leiter des DB Museums Koblenz, die Teilnehmer zu einer erhaltenen Originallokomotive der E 19. Dabei standen die Geschichte der Baureihe und ihre Stellung in der deutschen Eisenbahngeschichte im Mittelpunkt.
Zum Abschluss fand im Führerstand der E 19 eine Signierstunde mit PIKO-Geschäftsführer Rainer Landwehr statt. Die Teilnehmer der Veranstaltung erhielten außerdem einen eigens für die Premiere aufgelegten H0-Sonderwagen. PIKO hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass dieser Wagen ausschließlich für die Teilnehmer der Koblenzer Veranstaltung vorgesehen und nicht für das reguläre Sortiment bestimmt ist.
Modellvorstellung zwischen Modellbahn und Eisenbahngeschichte
Mit der Präsentation im DB Museum hat PIKO die Vorstellung der BR 119 nicht als reine Produktpräsentation angelegt. Historisches Fahrzeug, Modellkonstruktion und die Geschichte des Vorbildes wurden bei derselben Veranstaltung miteinander verbunden. Für Modellbahner ergab sich dadurch insbesondere die Gelegenheit, Informationen zur Entwicklung des neuen H0-Modells unmittelbar mit dem historischen Vorbild in Beziehung zu setzen.
Die Baureihe 119 ergänzt damit 2026 das H0-Programm von PIKO um eine weitere komplette Neukonstruktion nach einem Vorbild der Deutschen Bundesbahn. Angeboten werden eine analoge Gleichstromausführung sowie digitalisierte Varianten mit Sound; zusätzlich führt PIKO eine Wechselstromausführung.
