Bei BEMO sind neue Farb- und Freigabemuster für mehrere Güterwagenmodelle eingetroffen. Im Mittelpunkt stehen Klimacontainerwagen in H0m und H0 sowie der Schotterwagen Fd in der Spur 0m. Die Muster dienen nicht nur der Kontrolle von Lackierung und Bedruckung: Auch Konstruktion, Montage und einzelne Bauteile werden vor dem Produktionsstart nochmals überprüft.
Containerwagen vor dem Produktionsstart
Bei den Klimacontainerwagen betrifft die aktuelle Bemusterung die BEMO-Produktgruppen 2292 sowie 2592 und 2692. Dazu gehören unter anderem die Modelle des RhB-Tragwagens Sb 65615 mit Kühlcontainer. Für H0m wird dieser unter der Artikelgruppe 2292 angeboten; entsprechende Ausführungen für H0 mit Wechsel- beziehungsweise Gleichstromsystem gehören zu den Gruppen 2592 und 2692.
Die jetzt vorliegenden Muster sind noch keine Serienmodelle. BEMO nutzt sie, um mehrere Punkte gleichzeitig zu kontrollieren. Dazu gehören die Farbgebung und Bedruckung ebenso wie die Montage der verschiedenen Anbauteile am Rahmen der Tragwagen Sb und Sb-v. Verbesserte Einzelteile aus dem Werkzeugbau werden dabei ebenfalls daraufhin geprüft, ob sie sich zuverlässig und korrekt ausgerichtet montieren lassen.
Bedruckung wird mit Vorbildmaterial abgeglichen
Auch kleine Beschriftungsdetails werden vor der Freigabe noch angepasst. BEMO vergleicht die Muster dazu mit den eigenen Druckplänen und Vorbildaufnahmen. Bei den Sb-v-Tragwagen sollen beispielsweise kleine Bremsanschriften in der Serie nicht in Perlbeige, sondern in Blassbraun ausgeführt werden. Damit soll der beim Vorbild dokumentierte verwitterte Zustand besser wiedergegeben werden.
Beim Kühlaggregat eines Coop-Containers zeigte das Muster außerdem eine Abweichung bei zwei helleren Farbtönen des Logos. Diese waren bei der Bemusterung vertauscht. Nach Angaben von BEMO wird die Zuordnung für die Serienfertigung korrigiert.
Der Produktionsbeginn für diese Containerwagen ist nach aktuellem Stand ab Anfang September 2026 vorgesehen. Bereits bei der Ankündigung im April hatte BEMO die Auslieferung der entsprechenden Containerwagen für das vierte Quartal 2026 geplant.
0m-Containerwagen bereits in Produktion
Bei den Modellen in der größeren Spur 0m ist die Entwicklung teilweise schon einen Schritt weiter. Die vier angekündigten Containerwagen der Artikelgruppe 9469 befinden sich nach Angaben des Herstellers bereits in Produktion.
BEMO hatte diese Wagen bereits mit den Neuheiten 2025 vorgestellt. Das Programm umfasst unterschiedliche Ausführungen zweiachsiger Tragwagen mit Kühlcontainern. Für die Umsetzung wurden auch die Werkzeuge der Wagen überarbeitet, um verschiedene Bauzustände der Vorbilder darstellen zu können.
Schotterwagen Fd in 0m: Formenbau freigegeben
Eine weitere 0m-Neuheit ist der zweiachsige Schotterwagen Fd der Rhätischen Bahn. Das Modell mit der Artikelgruppe 9453 basiert auf den von Talbot gebauten Wagen Fd 8656 bis 8665 aus dem Jahr 1965. Für das Modell hatte BEMO unter anderem eine detaillierte Bremsausrüstung und die Betätigung der Ladeklappen angekündigt. Der Schotterbehälter soll außerdem einen herausnehmbaren Einsatz erhalten, der mit Modellschotter versehen werden kann.
Der Formenbau für den Fd ist inzwischen freigegeben. Abgeschlossen ist die Bemusterung damit jedoch noch nicht: BEMO plant weitere Farbversuche, um die gealterte und verwitterte Wirkung der Vorbildfahrzeuge auf das Modell zu übertragen. Entscheidend ist dabei nicht allein das Erscheinungsbild eines einzelnen Musters. Die gewählte Farbwirkung muss anschließend auch unter Serienbedingungen reproduzierbar sein.
Warum Freigabemuster für die Serienproduktion wichtig sind
Die aktuelle Meldung gibt einen vergleichsweise detaillierten Einblick in einen Produktionsschritt, der bei fertigen Modellbahnfahrzeugen später kaum noch sichtbar ist. Zwischen Konstruktion und Serienfertigung werden nicht nur offensichtliche Fehler gesucht. Auch Passungen, Montagefreundlichkeit, Ausrichtung kleiner Bauteile, Farbwirkung und die Lesbarkeit feiner Anschriften müssen sich in einer reproduzierbaren Fertigung bewähren.
Gerade bei fein detaillierten Güterwagen können kleine konstruktive Änderungen deshalb noch vor Produktionsbeginn sinnvoll sein. Das betrifft etwa Anbauteile am Wagenrahmen ebenso wie Farbnuancen, Beschriftungen oder bewusst dargestellte Alterungsspuren. Die jetzt gezeigten Muster markieren somit einen Zwischenschritt zwischen Werkzeugbau und späterem Serienmodell.
Fotowettbewerb bis Mitte September verlängert
Parallel zur aktuellen Bemusterung hat BEMO den Einsendeschluss seines laufenden Fotowettbewerbs verlängert. Beiträge können nun bis zum 15. September 2026 eingereicht werden. Der Termin wurde an den Redaktionsschluss der BEMO-Post 68 angepasst.
